InterPsy

Rassismuskritische und queer-feministische Perspektiven in Psychologie und Psychotherapie

Die Vortragsreihe „InterPsy“ – Intersektionale Psychologie beschäftigt sich mit rassismuskritischen und queer-feministischen Perspektiven in Psychologie und Psychotherapie. Von Oktober 2021 bis Februar 2022 werden Vorträge veranstaltet, die sich mit der Integration von diskriminierungssensiblem Handeln in Lehre und Ausübung von Psychologie und Psychotherapie befassen. Referierende aus verschiedenen Bereichen wurden eingeladen, um sich mit Themen wie Rassismus, Antisemitismus, Homo-, Trans- und Queerfeindlichkeit aus psychologischer Sicht auseinander zu setzen.
Nach jedem Vortrag wird eine ungefähr halbstündiger Austausch folgen, bei dem das Plenum die Möglichkeit hat, Fragen an die referierende Person zu stellen und Fragestellungen gemeinsam zu diskutieren. Alle Termine finden immer donnerstags um 18.30 Uhr über Zoom statt. Insgesamt wird es fünf Vorträge geben. Die Anmeldung ist für alle Interessierten möglich – per Webinar-Link, zu finden unter der jeweiligen Veranstaltung.

Eben Louw und Larissa Nägler – “Die psychischen Folgen von Rassismus und Diskriminierung. Alte Muster, neue Wege in die Psychologie”

28.10.2021, 18.30 Uhr

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Larissa A. Nägler, Sozialpsychologin und Traumafachberaterin, leitet als Psychologin die Berliner Beratungsstelle OPRA (Psychologische Beratungsstelle für Opfer von rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt).

Sie lebt in Leipzig/ Sachsen und ist seit ca. 5 Jahren ehrenamtlich für und mit der Initiative Schwarzer Menschen in Deutschland (ISD Städtegruppe Leipzig) im Bereich Community Empowerment aktiv.

Vor ihrer Arbeit bei OPRA hat sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Sozialpsychologie der Universität Jena im Bereich Intergruppen-Konflikte geforscht und gelehrt.

Eben Louw ist Gesundheitspsychologe, Supervisor, Systemischer Therapeut und Berater. Er arbeitet als Referent für Professionalisierung des Arbeitsfeldes & Strukturentwicklung beim Antidiskriminierungsverband Deutschland (advd e.V.) und ist Lehrbeauftragter für Soziale Arbeit an der Evangelische Hochschule Freiburg.

Er ist erfahrener Fachberater für Psychotraumatologie mit Schwerpunkt der Beratung von Betroffenen rassistischer, rechtsextremer und antisemitischer Gewalt.

Lisa Malich – „Wie klug bist Du? Zur Geschichte von Rassismus und Intelligenztestung“ 

Donnerstag, 11.11.2021, 18.30 Uhr

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Lisa Malich ist tiefenpsychologische Psychotherapeutin und Juniorprofessorin für Wissensgeschichte der Psychologie an der Universität zu Lübeck. Hierbei beschäftigt sie sich mit den Themen Intersektionalität, Geschlechtertheorie, queere Ansätze und kritische Psychologie. Als Historikerin und Psychologin sind ihre Schwerpunkte in der Geschichte, Theorie und Ethik der Psychologie und Psychotherapie, der Geschlechterforschung sowie der Wissens- und Wissenschaftsgeschichte.

Kiana Ghaffarizad – „‘Und wahrscheinlich war’s gut, in dem Kontext nicht in die Verletzung zu gehen…’ – Rassismuskritische Reflexionen der Psychotherapie aus einer People of Color-Perspektive” 

Donnerstag, 16.12.2021, 18:30 Uhr

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Kiana Ghaffarizad ist Kulturwissenschaftlerin, politische Bildungsreferentin, Empowermenttrainerin und Lehrerin für kreativ-therapeutischen Tanz. Bis Ende 2019 arbeitete sie bei der Amadeu Antonio Stiftung im Projekt „ju:an Praxisstelle – antisemitismus- und rassismuskritische Jugendarbeit“ Seit Oktober 2019 promoviert sie an der Universität Vechta zum Thema „(Nicht-)Sprechen über Rassismuserfahrungen im Therapiezimmer – Rassismuskritische Perspektiven auf Psychotherapieerfahrungen von People of Color in Deutschland“. 

Sabrina Saase – Psychotherapie für die Psychotherapie: Die Rolle von Diskriminierungen in der Psychotherapie und intersektionale Ansätze um sich als Disziplin selbst zu heilen

Donnerstag, 06.01.2022, 18:30 Uhr

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Sabrina Saase promoviert in Psychologie (TU Braunschweig; Sigmund Freud PrivatUniversität Berlin) im Forschungsbereich »Embracing Ambiguity – Vielfalt, Empowerment und intersektionale Kompetenz«. Schwerpunkte sind: intersektionale Psychotherapie, Privilegienbewusstsein, Queer und Cyborg Theorie, queer-lesbische postkoloniale Perspektiven in der DDR, Nationalsozialismus und Psychologie. Lehrtätigkeiten an der HU Berlin, TU Berlin, TU Braunschweig, SFU Berlin, Berufsakademie Sachsen. Zusätzlich macht Sabrina antidiskriminierende Bildungsarbeit für Stiftungen und NGO’s z.B. Fortbildung “Diversity überzeugend vermitteln” für Diversity Ansprechpersonen der Landesstelle für Gleichbehandlung – gegen Diskriminierung (LADS). Wissenschaftliche Beiratstätigkeit für das Projekt „Monitoring Homo- und Transphobe Gewalt in Berlin“ (Initiative „Berlin tritt ein für Selbstbestimmung und Akzeptanz geschlechtlicher und sexueller Vielfalt“; Camino). In der Arbeit im Vorstand des Berliner Komitee für UNESCO-Arbeit lag Sabrinas Schwerpunkt in der antirassistischen, antidiskriminierenden und gendersensiblen Arbeit sowie im Sichtbarmachen von außergewöhnlicher Arbeit von Frauen und Geflüchteten. Weitere ehrenamtliche Arbeit für Selbstuniversität e.V. mit der queeren Raumerweiterungshalle als alternativer Bildungsort. Dabei liegt ein Schwerpunkt in der Aufbereitung wissenschaftlicher Ergebnisse für eine breite Öffentlichkeit, z.B. durch ein Hörstück „gemeinsam unertäglich. Ein dokumentarisches Mosaik“ zu Lebensweisen und Widerstandspraxen von Lesben in der ehem. DDR mit Themen wie Transgeschlechtlichkeit, sogenannte Asozialität, (Anti)Rassismus, (Anti)psychiatrisierung und Solidarität.

https://www.sfu-berlin.de/wp-content/uploads/CV_Saase.pdf

https://www.jackie-inhalt.net/reh/gemeinsamunertraeglich.html

sabrina.saase@sfu-berlin.de

Rat & Tat – Zentrum für queeres Leben (Titel und Datum folgen noch)

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Rat & Tat ist ein 1982 gegründeter gemeinnütziger Verein mit Standort in Bremen. Der Verein setzt sich dafür ein, die queere Lebensweise sichtbarer zu machen, das Selbstbewusstsein von queeren Menschen und Familien zu stärken und Diskriminierung entgegen zu treten. Hierfür bietet das Team von Rat & Tat unter anderem Beratung und Informationsvermittlung, psychosoziale Begleitung von Menschen mit HIV und AIDS, Raum für Selbsthilfegruppen und den vielfältigen Treffpunkt KWEER. Außerdem trägt Rat & Tat aktiv zur Aufklärung bei, indem sie Veranstaltungen in Schulen anbieten und Multiplikatoren ausbilden.